Montag geht’s zurück in die Gegenwart
Neunmal im Jahr wird aus den Smolas die mittelalterliche Familie Mac Sanday aus Schottland
Neunmal im Jahr wird aus den Smolas die mittelalterliche Familie Mac Sanday aus Schottland

Bestens ausgestattet (von links): Jolina Smola und ihre Eltern, Sandra Smola-Kütz und Arne Smola, mit dem mittelalterlichen Familienwappen.
Bild: Désirée Senft
HUDEWenn Familie Smola Urlaub macht, dann reist sie nicht in ein anderes Land, sondern vielmehr in eine andere Zeit. Es ist die Zeit der sagenumwobenen Könige, der Ritter und Burgen, aber auch gleichzeitig eine dunkle Epoche: das Mittelalter. Für Arne Smola, seine Frau Sandra Smola-Kütz und die beiden Kinder, Robin und Jolina, hat gerade diese Zeit eine besondere Anziehungskraft.
Ihre kleine „Zeitreise“ schaffen die vier Huder mit dem Besuch verschiedener Mittelaltermärkte in der Umgebung. „Wir mögen am liebsten kleine Märkte, das ist einfach persönlicher“, erklärt Arne Smola. Zu bis zu neun Märkten fahren sie pro Jahr, in einer Distanz von gut zwei Stunden Anfahrtszeit.
Bestens ausgestattet (von links): Jolina Smola und ihre Eltern, Sandra Smola-Kütz und Arne Smola, mit dem mittelalterlichen Familienwappen.
Bild: Désirée Senft
HUDEWenn Familie Smola Urlaub macht, dann reist sie nicht in ein anderes Land, sondern vielmehr in eine andere Zeit. Es ist die Zeit der sagenumwobenen Könige, der Ritter und Burgen, aber auch gleichzeitig eine dunkle Epoche: das Mittelalter. Für Arne Smola, seine Frau Sandra Smola-Kütz und die beiden Kinder, Robin und Jolina, hat gerade diese Zeit eine besondere Anziehungskraft.
Ihre kleine „Zeitreise“ schaffen die vier Huder mit dem Besuch verschiedener Mittelaltermärkte in der Umgebung. „Wir mögen am liebsten kleine Märkte, das ist einfach persönlicher“, erklärt Arne Smola. Zu bis zu neun Märkten fahren sie pro Jahr, in einer Distanz von gut zwei Stunden Anfahrtszeit.
Raus aus dem Alltag
Für die Familie bedeutet ein solcher zwei- bis dreitägiger Mittelaltermarkt aber nicht nur eine neue Umgebung, sondern eine regelrechte Abgrenzung vom Alltag: Das Handy wird ausgeschaltet, die Jeans gegen Rock und Mieder getauscht. Und sogar der Nachname bleibt zu Hause in Hude. Der „neue“, mittelalterliche Nachname: Mac Sanday.
„Ich hab’ Arne damals zu unserer Hochzeit gut zwei Fuß auf der schottischen Insel Sanday geschenkt – inklusive Adelstitel“, berichtet die 44-Jährige. In Anlehnung an den Grundbesitz in Schottland hätten sie dann den neuen Nachnamen gewählt.
Mittlerweile seit sechs Jahren besuchen die Vier die Mittelalter-Szene regelmäßig. „Die Kleidung für uns alle nähe ich selbst“, berichtet die Huderin mit Blick auf die aufwendig genähten Stoffe – Leinen, Baumwolle, Wolle. Aus speziellen Bekleidungsgeschäften würden solche Kleider zwischen 1500 und 2500 Euro kosten – „viel zu teuer“, findet Arne Smola.
Für die Familie bedeutet ein solcher zwei- bis dreitägiger Mittelaltermarkt aber nicht nur eine neue Umgebung, sondern eine regelrechte Abgrenzung vom Alltag: Das Handy wird ausgeschaltet, die Jeans gegen Rock und Mieder getauscht. Und sogar der Nachname bleibt zu Hause in Hude. Der „neue“, mittelalterliche Nachname: Mac Sanday.
„Ich hab’ Arne damals zu unserer Hochzeit gut zwei Fuß auf der schottischen Insel Sanday geschenkt – inklusive Adelstitel“, berichtet die 44-Jährige. In Anlehnung an den Grundbesitz in Schottland hätten sie dann den neuen Nachnamen gewählt.
Mittlerweile seit sechs Jahren besuchen die Vier die Mittelalter-Szene regelmäßig. „Die Kleidung für uns alle nähe ich selbst“, berichtet die Huderin mit Blick auf die aufwendig genähten Stoffe – Leinen, Baumwolle, Wolle. Aus speziellen Bekleidungsgeschäften würden solche Kleider zwischen 1500 und 2500 Euro kosten – „viel zu teuer“, findet Arne Smola.
Im Zeltlager übernachten
„Mein Lieblingskleid ist das rote hier“, sagt Jolina und zeigt auf das Kleid, dass sie sich übergezogen hat. „Ich hab aber jetzt kein Unterkleid drunter und geschnürt ist es auch nicht“, beschwert sich die 11-Jährige fachmännisch. Auch sie genießt das gemeinsame Hobby, mit ihren Eltern Wochenenden auf Mittelaltermärkten zu verbringen. „Am schönsten ist es, wenn man abends am Lagerfeuer sitzt“, meint sie.
Gelagert wird auf solchen Veranstaltungen natürlich stilecht in Zelten aus Leinen und Naturfasern. Nur einen Luxus gönnen sich die „Zeitreisenden“: Anstatt auf Strohsäcken wird auf Matratzen geschlafen. Und auch kulinarisch haben die „Mac Sandays“ einige Freiheiten: „Wir haben für uns ja das Jahr 1520 ausgewählt. Da kannte man schon relativ viel – darauf ruhen wir uns aus“, sagt Sandra Smola-Kütz lachend.
Seit drei Jahren bilden die Smolas zusammen mit Freundin Britta eine eigenständige Gruppe innerhalb der Lager. Auf 125 Quadratmetern leben sie ihre so genannte „Renaissance-Darstellung“ – für jeweils ein Wochenende. Und dann geht es wieder zurück – ins normale Leben, ins Jahr 2015, nach Hude.
Mehr Infos unter www.mac-sanday.blogspot.de
„Mein Lieblingskleid ist das rote hier“, sagt Jolina und zeigt auf das Kleid, dass sie sich übergezogen hat. „Ich hab aber jetzt kein Unterkleid drunter und geschnürt ist es auch nicht“, beschwert sich die 11-Jährige fachmännisch. Auch sie genießt das gemeinsame Hobby, mit ihren Eltern Wochenenden auf Mittelaltermärkten zu verbringen. „Am schönsten ist es, wenn man abends am Lagerfeuer sitzt“, meint sie.
Gelagert wird auf solchen Veranstaltungen natürlich stilecht in Zelten aus Leinen und Naturfasern. Nur einen Luxus gönnen sich die „Zeitreisenden“: Anstatt auf Strohsäcken wird auf Matratzen geschlafen. Und auch kulinarisch haben die „Mac Sandays“ einige Freiheiten: „Wir haben für uns ja das Jahr 1520 ausgewählt. Da kannte man schon relativ viel – darauf ruhen wir uns aus“, sagt Sandra Smola-Kütz lachend.
Seit drei Jahren bilden die Smolas zusammen mit Freundin Britta eine eigenständige Gruppe innerhalb der Lager. Auf 125 Quadratmetern leben sie ihre so genannte „Renaissance-Darstellung“ – für jeweils ein Wochenende. Und dann geht es wieder zurück – ins normale Leben, ins Jahr 2015, nach Hude.
Mehr Infos unter www.mac-sanday.blogspot.de
Zelte und Stände auf dem Gelände des Lutherstifts helfen Darstellern und Besuchern, den Alltag zu vergessen
Zelte und Stände auf dem Gelände des Lutherstifts helfen Darstellern und Besuchern, den Alltag zu vergessen

Auf der idyllischen Wiese am Lutherstift war eine mittelalterliche Zeltstadt aufgebaut, die Kostüme machten die Illusion perfekt. (Ingo Moellers)
Und das mit historischem Hintergrund: Das Ehepaar aus Hude hat für seine Zeitreise ein Treffen des englischen Königs Heinrich VIII. mit dem französischen Herrscher Franz I. ausgewählt. In der Nähe von Calais habe es ein Lager mit 2800 Zelten gegeben, deren Ausstattung die Verhandlungspartner beeindrucken sollte, erzählte Arne Smola. „Man hat gezeigt, was man hat.“ Die Smolas haben die historischen Fakten recherchiert und alles so originalgetreu wie möglich nachgestellt. „Die Betten, Tische und Schränke haben wir selbst entworfen und nachgebaut.“ Und auch ihre prunkvolle Kleidung ist selbst genäht. Ein winziges Stück Land auf den Orkney-Inseln, das dem Ehepaar gehört, macht die Legende von der schottischen Adelsfamilie perfekt. Auf Mittelalter-Märkten tauchen der Gutachter und die Technische Zeichnerin in diese Geschichte ein. „Es ist Entschleunigung vom Alltag, ganz ohne Telefon und Uhr“, sagte Arne Smola.
Die zahlreichen Besucher gelangten am Sonnabend und Sonntag ebenfalls in eine andere Welt. Auf der idyllischen Wiese am Lutherstift war eine mittelalterliche Zeltstadt aufgebaut, deren Lagerplätze und Stände mit viel Liebe zum Detail gestaltet waren. Kämpfende Ritter, Gaukler und Musiker mit Dudelsack, Trommel, Laute und Flöte unterhielten die Gäste. Im handbetriebenen Karussell von Thomas und Cornelia Kretschmar nahmen die Kinder in Holzfässern Platz und drehten ihre Runden.

Die Kinder hatten beim „Mittelalterlichen Gedraengel“ ihren Spaß: Die kleine Fiona und ihr Opa nahmen Kontakt zu Schleiereule Gollum auf und die achtjährige Leonie drehte ein paar Runden auf dem mechanischen Karussell. (Antje Rickmeier)
Und bei Falkner Manuel Zimdars schloss die kleine Fiona Freundschaft mit der Schleiereule Gollum. Fasziniert beobachteten die Besucher, wie der junge Mann mit der Eule und dem Wüstenbussard Torin umging. Zimdars besitzt einen Jagdschein und hat eine Ausbildung zum Falkner absolviert. Viele Erkenntnisse über die Falknerei würden aus dem Mittelalter stammen, sagte er. Das Trainieren der Vögel gibt dem Rettungssanitäter die Möglichkeit, den Arbeitsalltag hinter sich zu lassen. „Man muss ruhig und ausgeglichen sein, wenn man mit ihnen arbeiten will.“ Gerne würde Manuel Zimdars mehr Zeit für das Training der Vögel haben. So plant er, die Schleiereule zum Therapievogel auszubilden, damit sie für die Arbeit mit behinderten Menschen eingesetzt werden kann.
Besonderes Handwerk angeeignet

Die Kinder hatten beim „Mittelalterlichen Gedraengel“ ihren Spaß: Die kleine Fiona und ihr Opa nahmen Kontakt zu Schleiereule Gollum auf und die achtjährige Leonie drehte ein paar Runden auf dem mechanischen Karussell. (Ingo Moellers)
Für die meisten Mittelalter-Fans bleibt das Eintauchen in frühere Zeiten ein Hobby. Doch viele haben sich ein besonderes Handwerk angeeignet, das sie den Besuchern präsentierten. Als „Miriam“ stellte Nermin de Vries mit der alten Technik des Brettchenwebens bunte Bänder und Borten her. Die Bremerin gehört zum Lager von Darius Taurus. Die Gruppe, deren Mitglieder aus Orten in der Region kommen, trifft sich auf Mittelalter-Märkten. Die Freunde haben sich nicht auf eine Geschichtsepoche festgelegt. „Wir sind ein bunt gemischter Haufen“, meinten sie. Dagmar Kaiser aus Edewecht etwa gefällt das frühe Mittelalter: „Da brauche ich nicht so viel Ausstattung.“ Die Gruppe liebt es, an den Wochenenden aus dem Alltag zu entfliehen und in der Gemeinschaft zu leben. Im Mittelalter sei der Zusammenhalt ein anderer gewesen, sagte einer der Männer. Es habe ein größeres Miteinander der Generationen gegeben. „Das wollen wir den Gästen vermitteln.“
Gegenstände aus Plastik und Handys waren in der Zeltstadt weitgehend tabu. Doch ganz ohne Technik ging es in der keltischen Küche von „Medoc dem Trollmann“ nicht. Dort kamen moderne Herde und Backöfen zum Einsatz. Schon wegen der Hygienebestimmungen sei das nicht anders möglich, sagte der Koch. „Doch wir versuchen, es so gut wie möglich zu verstecken.“ Medoc hat sich mit den Ernährungsgewohnheiten der Kelten beschäftigt, aber seine Gerichte dem modernen Geschmack angepasst. „Sie haben sehr viel Zwiebeln gegessen. Das waren die Kartoffeln der Kelten“, sagte er.
Bei den Besuchern kam das „Mittelalterliche Gedrängel“, das Peter Mienert erstmals in Falkenburg organisiert hatte, gut an. „Ich finde es schön, dass der Platz genutzt wird, nachdem er so lange brach lag“, sagte Barbara Bertram. Die Falkenburgerin und ihr Mann Wolfgang Bertram können sich eine Wiederholung dieses Ereignisses auf jeden Fall vorstellen. „Es wäre schön, wenn es sich etabliert“, hoffen beide darauf, dass das „Mittelalterliche Gedraengel“ in Falkenburg zu einer festen Einrichtung werden kann.

Auf der idyllischen Wiese am Lutherstift war eine mittelalterliche Zeltstadt aufgebaut, die Kostüme machten die Illusion perfekt. (Ingo Moellers)
Und das mit historischem Hintergrund: Das Ehepaar aus Hude hat für seine Zeitreise ein Treffen des englischen Königs Heinrich VIII. mit dem französischen Herrscher Franz I. ausgewählt. In der Nähe von Calais habe es ein Lager mit 2800 Zelten gegeben, deren Ausstattung die Verhandlungspartner beeindrucken sollte, erzählte Arne Smola. „Man hat gezeigt, was man hat.“ Die Smolas haben die historischen Fakten recherchiert und alles so originalgetreu wie möglich nachgestellt. „Die Betten, Tische und Schränke haben wir selbst entworfen und nachgebaut.“ Und auch ihre prunkvolle Kleidung ist selbst genäht. Ein winziges Stück Land auf den Orkney-Inseln, das dem Ehepaar gehört, macht die Legende von der schottischen Adelsfamilie perfekt. Auf Mittelalter-Märkten tauchen der Gutachter und die Technische Zeichnerin in diese Geschichte ein. „Es ist Entschleunigung vom Alltag, ganz ohne Telefon und Uhr“, sagte Arne Smola.
Die zahlreichen Besucher gelangten am Sonnabend und Sonntag ebenfalls in eine andere Welt. Auf der idyllischen Wiese am Lutherstift war eine mittelalterliche Zeltstadt aufgebaut, deren Lagerplätze und Stände mit viel Liebe zum Detail gestaltet waren. Kämpfende Ritter, Gaukler und Musiker mit Dudelsack, Trommel, Laute und Flöte unterhielten die Gäste. Im handbetriebenen Karussell von Thomas und Cornelia Kretschmar nahmen die Kinder in Holzfässern Platz und drehten ihre Runden.

Die Kinder hatten beim „Mittelalterlichen Gedraengel“ ihren Spaß: Die kleine Fiona und ihr Opa nahmen Kontakt zu Schleiereule Gollum auf und die achtjährige Leonie drehte ein paar Runden auf dem mechanischen Karussell. (Antje Rickmeier)
Und bei Falkner Manuel Zimdars schloss die kleine Fiona Freundschaft mit der Schleiereule Gollum. Fasziniert beobachteten die Besucher, wie der junge Mann mit der Eule und dem Wüstenbussard Torin umging. Zimdars besitzt einen Jagdschein und hat eine Ausbildung zum Falkner absolviert. Viele Erkenntnisse über die Falknerei würden aus dem Mittelalter stammen, sagte er. Das Trainieren der Vögel gibt dem Rettungssanitäter die Möglichkeit, den Arbeitsalltag hinter sich zu lassen. „Man muss ruhig und ausgeglichen sein, wenn man mit ihnen arbeiten will.“ Gerne würde Manuel Zimdars mehr Zeit für das Training der Vögel haben. So plant er, die Schleiereule zum Therapievogel auszubilden, damit sie für die Arbeit mit behinderten Menschen eingesetzt werden kann.
Besonderes Handwerk angeeignet

Die Kinder hatten beim „Mittelalterlichen Gedraengel“ ihren Spaß: Die kleine Fiona und ihr Opa nahmen Kontakt zu Schleiereule Gollum auf und die achtjährige Leonie drehte ein paar Runden auf dem mechanischen Karussell. (Ingo Moellers)
Für die meisten Mittelalter-Fans bleibt das Eintauchen in frühere Zeiten ein Hobby. Doch viele haben sich ein besonderes Handwerk angeeignet, das sie den Besuchern präsentierten. Als „Miriam“ stellte Nermin de Vries mit der alten Technik des Brettchenwebens bunte Bänder und Borten her. Die Bremerin gehört zum Lager von Darius Taurus. Die Gruppe, deren Mitglieder aus Orten in der Region kommen, trifft sich auf Mittelalter-Märkten. Die Freunde haben sich nicht auf eine Geschichtsepoche festgelegt. „Wir sind ein bunt gemischter Haufen“, meinten sie. Dagmar Kaiser aus Edewecht etwa gefällt das frühe Mittelalter: „Da brauche ich nicht so viel Ausstattung.“ Die Gruppe liebt es, an den Wochenenden aus dem Alltag zu entfliehen und in der Gemeinschaft zu leben. Im Mittelalter sei der Zusammenhalt ein anderer gewesen, sagte einer der Männer. Es habe ein größeres Miteinander der Generationen gegeben. „Das wollen wir den Gästen vermitteln.“
Gegenstände aus Plastik und Handys waren in der Zeltstadt weitgehend tabu. Doch ganz ohne Technik ging es in der keltischen Küche von „Medoc dem Trollmann“ nicht. Dort kamen moderne Herde und Backöfen zum Einsatz. Schon wegen der Hygienebestimmungen sei das nicht anders möglich, sagte der Koch. „Doch wir versuchen, es so gut wie möglich zu verstecken.“ Medoc hat sich mit den Ernährungsgewohnheiten der Kelten beschäftigt, aber seine Gerichte dem modernen Geschmack angepasst. „Sie haben sehr viel Zwiebeln gegessen. Das waren die Kartoffeln der Kelten“, sagte er.
Bei den Besuchern kam das „Mittelalterliche Gedrängel“, das Peter Mienert erstmals in Falkenburg organisiert hatte, gut an. „Ich finde es schön, dass der Platz genutzt wird, nachdem er so lange brach lag“, sagte Barbara Bertram. Die Falkenburgerin und ihr Mann Wolfgang Bertram können sich eine Wiederholung dieses Ereignisses auf jeden Fall vorstellen. „Es wäre schön, wenn es sich etabliert“, hoffen beide darauf, dass das „Mittelalterliche Gedraengel“ in Falkenburg zu einer festen Einrichtung werden kann.
Ritterschlag für den Dorfpark
Premiere in Falkenburg kommt bei Akteuren und Gästen gut an
Premiere in Falkenburg kommt bei Akteuren und Gästen gut an
Zwei Tage herrschte im Park Markttreiben. Das wurde so authentisch gestaltet wie nur möglich.
Ausgelassen: Dass sich auch nicht-elektronische Musik bestens zum Tanzen eignet, bewiesen diese beiden spontan.
Bild: Schulz
GANDERKESEEViel besser hätte diese Premiere wohl nicht laufen können: Eine idyllische Umgebung, konstanter Sonnenschein und dann auch noch zahlreiche hochinteressierte Besucher. Das erste „Mittelalterlyche Gedraengel“ im Dorfpark Falkenburg kam bei den Gästen wie auch bei denjenigen, die dort am Wochenende ihre Lager aufgeschlagen hatten, bestens an.
Handwerker, Händler, Barden und Gaukler zauberten Mittelalter-Atmosphäre in den Park hinter dem Alten Amtshaus – und das so authentisch wie möglich. „Es gibt eine Art Ehrenkodex“, erklärte Katharina Bergmeier, die mit Ehemann Harald unter dem Namen „Omnigenus Mirabilis“ handgefertigte Holzwaren vertreibt und aus Buchholz/Aller angereist war. „Mit Gummilatschen unter der Gewandung hier zu stehen, käme nicht infrage.“ Auch sei es üblich, sich Gedanken darüber zu machen, welche Epoche des Mittelalters man eigentlich verkörpern wolle und welchem Stand man angehöre. „Wir können alles von 900 bis 1650“, sagte sie lachend.
Wer zwischendurch eine Stärkung benötigte, hatte folglich auch nicht die Wahl zwischen Pommes und Chinapfanne, sondern zwischen „Keltenfleisch“, „Trollsuppe“ und „Zwergenwurst“. Auch frisch vor Ort geräucherte Forellen gab es. In der Taverne wurde dazu Met oder Hollerblütenbrause gereicht.
Beste Unterhaltung und Jahrmarktatmosphäre musste beim Mittelaltermarkt auch unter Verzicht auf moderne Errungenschaften wie Strom oder fließend Wasser niemand entbehren.Cornelia Kretzschmar aus Papenburg etwa trieb „Das Carousel“ – eine Art Kinder-Kettenkarussell mit Gondeln und Pferdchen aus kleinen Kirschholzfässern – mit purer Muskelkraft an.
Herrschaftlich ging es im Lager von Arne Smola und Sandra Smola-Kütz aus Hude zu: Die Familie aus dem schottischen Adelsgeschlecht derer Mac Sanday gehört – jedenfalls bei Mittelaltermärkten – dem Adelszusammenschluss „Landed Gentry“ an. Für ihr aus drei ausladenden Zelten bestehendes Lager benötigt die Familie fünf bis acht Stunden Aufbauzeit.
Erleben konnten die Marktbesucher sogar einen Ritterschlag: „Friedrich Georg von Thielen“, Deichgraf von Rüstringen und Zeitgenosse Störtebekers, verlieh „Knappe Sascha“ in einer feierlichen Zeremonie den Titel „Ritter Sascha von Eichenlaub“.

Ausgelassen: Dass sich auch nicht-elektronische Musik bestens zum Tanzen eignet, bewiesen diese beiden spontan.
Bild: Schulz
GANDERKESEEViel besser hätte diese Premiere wohl nicht laufen können: Eine idyllische Umgebung, konstanter Sonnenschein und dann auch noch zahlreiche hochinteressierte Besucher. Das erste „Mittelalterlyche Gedraengel“ im Dorfpark Falkenburg kam bei den Gästen wie auch bei denjenigen, die dort am Wochenende ihre Lager aufgeschlagen hatten, bestens an.
Handwerker, Händler, Barden und Gaukler zauberten Mittelalter-Atmosphäre in den Park hinter dem Alten Amtshaus – und das so authentisch wie möglich. „Es gibt eine Art Ehrenkodex“, erklärte Katharina Bergmeier, die mit Ehemann Harald unter dem Namen „Omnigenus Mirabilis“ handgefertigte Holzwaren vertreibt und aus Buchholz/Aller angereist war. „Mit Gummilatschen unter der Gewandung hier zu stehen, käme nicht infrage.“ Auch sei es üblich, sich Gedanken darüber zu machen, welche Epoche des Mittelalters man eigentlich verkörpern wolle und welchem Stand man angehöre. „Wir können alles von 900 bis 1650“, sagte sie lachend.
Wer zwischendurch eine Stärkung benötigte, hatte folglich auch nicht die Wahl zwischen Pommes und Chinapfanne, sondern zwischen „Keltenfleisch“, „Trollsuppe“ und „Zwergenwurst“. Auch frisch vor Ort geräucherte Forellen gab es. In der Taverne wurde dazu Met oder Hollerblütenbrause gereicht.
Beste Unterhaltung und Jahrmarktatmosphäre musste beim Mittelaltermarkt auch unter Verzicht auf moderne Errungenschaften wie Strom oder fließend Wasser niemand entbehren.Cornelia Kretzschmar aus Papenburg etwa trieb „Das Carousel“ – eine Art Kinder-Kettenkarussell mit Gondeln und Pferdchen aus kleinen Kirschholzfässern – mit purer Muskelkraft an.
Herrschaftlich ging es im Lager von Arne Smola und Sandra Smola-Kütz aus Hude zu: Die Familie aus dem schottischen Adelsgeschlecht derer Mac Sanday gehört – jedenfalls bei Mittelaltermärkten – dem Adelszusammenschluss „Landed Gentry“ an. Für ihr aus drei ausladenden Zelten bestehendes Lager benötigt die Familie fünf bis acht Stunden Aufbauzeit.
Erleben konnten die Marktbesucher sogar einen Ritterschlag: „Friedrich Georg von Thielen“, Deichgraf von Rüstringen und Zeitgenosse Störtebekers, verlieh „Knappe Sascha“ in einer feierlichen Zeremonie den Titel „Ritter Sascha von Eichenlaub“.
